Abgeschlossene Projekte 2000
des Instituts für Konfliktforschung
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Zum Versuch, durch Social Marketing Maßnahmen auf die Solidarbereitschaft von Teilöffentlichkeiten zu wirken. Das Beispiel UNHCR Öffentlichkeitsarbeit
| Projektleitung: | Univ.Prof. Dr. Anton Pelinka |
| Durchführung: | Claudia Maria Wolf |
| Finanzierung: | Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur |
| Fertigstellung: | August 2000 |
Die Untersuchung zum Thema "Solidarität als Problem ästhetischer Vermittlung" setzt sich zum Ziel, anhand einer Fallstudie zu klären, inwieweit durch Social Marketing-Maßnahmen auf die Solidarbereitschaft von Teilöffentlichkeiten gewirkt werden kann. Solidarität wird in diesem Zusammenhang als elementarer Wirkmechanismus der Gesellschaft beschrieben, der eine wesentliche Ressource zur Problemlösung moderner Gesellschaften darstellt, und um den deshalb von verschiedenen politischen Akteuren geworben wird.
Wie nun versucht wird, die Ressource Solidarität für soziale und politische Ideen zu aktivieren, wird in dieser Arbeit am Beispiel der Flüchtlingsorganisation der Vereinten Nationen (UNHCR) dargestellt. Die Arbeit der Organisation UNHCR zielt durch ihr internationales Mandat zum Flüchtlingsschutz auf die Gewinnung von Solidarität mit Flüchtlingen und Fremden, und die Organisation weist deshalb ihren Public Relations-Abteilungen die Aufgabe zu, durch die Social Marketing-Instrumente Public Relations und Werbung die gesellschaftliche Solidarbereitschaft für diese Gruppen zu erweitern.
Die für diese Aufgabenstellung gewählten Konzepte und Strategien, sowie die strukturellen Bedingungen, unter denen dem Auftrag nachgekommen wird, werden anhand einer ausführlichen Praxisbesprechung der Öffentlichkeitsarbeit des UNHCR Wien exemplarisch dargestellt und auf ihre Erfolgsaussichten geprüft. Im Rahmen der Untersuchung interessiert darüber hinaus, ob die Ergebnisse einer Studie von Sigrid Baringhorst (1998) bestätigt werden müssen, die ergaben, dass das öffentliche Erscheinungsbild von Hilfsorganisationen, die um Solidarität werben, größtenteils geprägt sei durch Katastropheninszenierungen, Mitleidsappelle und oberflächliche Sachanalysen, da diese Strategien zur Solidargewinnung den Akteuren durch die Medienlogik moderner Gesellschaften nahegelegt würden. Dabei wird sich als Ergebnis zeigen, dass die Organisation, die es sich insbesondere auch zum Ziel setzt, sich für den Schutz der Würde von Flüchtlingen einzusetzen, verschiedene Wege sucht, um im Rahmen ihrer Medienarbeit und Werbekampagnen diese Würde nicht, wie bei Baringhorst anklingt, durch vorurteilsprägende Begriffsbildungen und Bilder zu verletzen. Es wird sich aber auch zeigen, dass sich das "Problem der ästhetischen Vermittlung" für den UNHCR durchaus stellt: Die Darstellung von Leid und Not erscheint sehr wohl als ein Weg zur Solidargewinnung, auf den man, wenn man ihn auch meidet und viele andere Wege beschreitet, nicht völlig verzichtet.