Abgeschlossene Projekte 2002

des Instituts für Konfliktforschung

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Konfliktlösungsmodelle für Großwohnanlagen

Projektleitung:    Dr. Birgitt Haller
Durchführung:    Dr. Birgitt Haller
Dr. Inge Karazman-Morawetz
(Institut für Rechts- und Kriminalsoziologie)
Finanzierung:    Amt der Wiener Landesregierung - MA 50
Fertigstellung:    Oktober 2002


Im Rahmen dieser Untersuchung wurden international erprobte Modelle für Konfliktlösungen in Großwohnanlagen bzw. diesen vorgelagerte Modelle der Konfliktprävention recherchiert. Der erste der vier Berichtteile befasst sich mit der Literatur zur Sicht von Wohnanlagen als Problemsiedlungen und beschreibt deren gemeinsame Charakteristika im europäischen Raum. Weiters werden verschiedene Muster von Interventionen, mit denen in westeuropäischen Staaten auf die problematische Entwicklung vieler Großwohnsiedlungen reagiert wurde, und deren Konsequenzen dargestellt. Daran schließt ein Kapitel über zentrale Konfliktquellen und -arten im Nachbarschaftsbereich an, in dem auch auf aktuelle Wien-bezogene empirische Untersuchungen eingegangen wird. Es folgen Überlegungen zur Konfliktprävention in Nachbarschaften bzw. Wohnanlagen, die sich sowohl auf die bauliche, raumplanerische und Instandhaltungsebene als auch auf die soziale Ebene beziehen. Im abschließenden Kapitel werden verschiedene ausländische Modelle der Konfliktlösung und -prävention in Nachbarschaften vorgestellt, und zwar Modelle der Konfliktbearbeitung/-schlichtung und der Prävention generell sowie zwei wohnanlagenspezifische Beispiele für Konfliktmanagement und -prävention.

Grundsätzlich ist festzuhalten, dass für den Umgang mit Konflikten im Wohnbereich singuläre Maßnahmen nicht ausreichen. Am erfolgreichsten scheint die Berücksichtigung unterschiedlicher Problemlagen durch einen "Patchwork"-Ansatz zu sein, der verschiedene Ebenen - etwa die der MieterInnen ebenso wie die der Hausverwaltungen - einbezieht. Gleichzeitig darf der Bereich der Wohnpolitik nicht isoliert betrachtet werden: Gruppen, die sich im Zusammenleben als problematisch erweisen, sind häufig gesellschaftlich marginalisiert. Nachhaltige Veränderungen können also nicht allein im Rahmen der Wohnpolitik erzielt werden, sondern bedürfen politischer Maßnahmen in den unterschiedlichsten Bereichen.