Abgeschlossene Projekte 1996

des Instituts für Konfliktforschung

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Organisation der Auslandsösterreicher und Auslandsösterreicherinnen

Projektleitung:    Dr. Ilse König
Durchführung:    Mag. Regina Haberfellner
Finanzierung:    Jubiläumsfonds der Oesterreichischen Nationalbank
Projekt Nr. 5420
Fertigstellung:    Dezember 1996

Gegenstand dieser Studie waren die Funktion und Struktur von Vereinen der im Ausland lebenden ÖsterreicherInnen. An insgesamt 180 Vereine in jenen acht Aufnahmeländern mit dem größten Bestand an AuslandsösterreicherInnen wurde ein Fragenbogen versandt: Deutschland, Schweiz, Kanada, USA, Argentinien, Brasilien, Südafrika und Australien. Für jedes dieser Länder wurde die Entwicklung des österreichischen Vereinslebens eingebunden in die Entwicklung der jeweiligen Einwanderungspolitik und der Auswandererungsgeschichte der ÖsterreicherInnen in dieses Land dargestellt. Die Länderberichte bauen im wesentlichen auf Sekundärliteratur und den 44 zurückgesandten Fragebögen auf.

Weiters wurden die Dachorganisationen bzw. Verbindungsorganisationen zu Österreich in der Zwischenkriegszeit (Wanderungsamt, Österreichischer Auslandsbund) und in der Gegenwart (Weltbund der Österreicher im Ausland, Auslandsösterreicherwerk und Burgenländische Gemeinschaft) sowie ihre Presseorgane ("Österreich", "Rot-Weiß-Rot" und "Burgenländische Gemeinschaft") in die Studie miteinbezogen. Mittels ExpertInneninterviews, Sekundärliteratur, Sichtung der Mitteilungsblätter sowie Recherchen im Österreichischen Staatsarchiv ermöglichen nicht nur die Darstellung des aktuellen Standes bzgl. Struktur und Funktion der Vereine und ihrer Dachorganisationen, sondern auch die Berücksichtigung ihrer historischen Entwicklung.

Trotz einer zahlenmäßig unbedeutenden Auswanderung aus Österreich in den letzten 20 Jahren ist die Zahl der Vereine keineswegs rückläufig. Es kommt zwar zu Vereinsauflösungen, daneben entstehen jedoch neue Organisationen, die nicht nur PaßösterreicherInnen einen Treffpunkt bieten, sondern auch ehemalige ÖsterreicherInnen, die nachfolgenden Generationen sowie FreundInnen Österreichs nützen das vielfältige Freizeit- und Kulturangebot. Die bis in die 50er Jahre bedeutenden Hilfsvereine wurden in den letzten Jahrzehnten zunehmend von gesellschaftlich und kulturell ausgerichteten Vereinen abgelöst. Politisch oder religiös orientierte Vereine spielten in der ÖsterreicherInnengemeinde im Ausland nie eine bedeutende Rolle.

Zusammenfassend kann festgestellt werden, daß die Vereine in den letzten Jahrzehnten einen Funktionswandel zu bewältigen hatten. Die Unterstützung von Neuzuwandernden oder sozial bedürftigen ÖsterreicherInnen im Ausland ist nur mehr von untergeordneter Bedeutung, als gesellschaftlicher und kultureller Treffpunkt konnten sich viele Vereine jedoch behaupten. Besonders über die Präsentation Österreichs als Kulturnation wird versucht, im Aufnahmeland Sympathien für die Heimat zu werben.