Aktuelles / Termine / Veranstaltungen

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Tätigkeitsbericht 2013

Tätigkeitsbericht zum Download: (PDF)

Veranstaltungen

Internationale Fachtagung:
„Praxis- und Erfahrungsaustausch zu regulativen Maßnahmen in der Sexarbeit“

am 10. und 11. Juni 2013
im Festsaal der Diplomatischen Akademie

Das Programm und genauere Informationen finden Sie hier: (Deutsch) (Englisch)


Neue Webseite online

„ÖsterreicherInnen im KZ Ravensbrück“

www.ravensbrueckerinnen.at oder www.ravensbrückerinnen.at

ravensbrückerinnen.atMit der multimedialen Website werden die Ergebnisse jahrelanger historischer Forschung zu österreichischen Inhaftierten im KZ Ravensbrück der Institutsmitarbeiterinnen Helga Amesberger und Brigitte Halbmayr für eine breite Öffentlichkeit, aber insbesondere für Schulen aufbereitet und zugänglich gemacht. Die Website ermöglicht eigenständige Recherchen zu und Auseinandersetzung mit den Facetten der nationalsozialistischen Verfolgung von Frauen (und Männern). Hintergrundtexte, Biographien, eine rund 1700 Namen umfassende Datenbank, Dokumente und Filme erlauben eine umfassende Beschäftigung mit dem Thema. Im „Lernraum“ gibt es Anregungen für eine Vertiefung im Unterricht und für vorwissenschaftliche Arbeiten.

 


Neuerscheinungen

Mauthausen RevisitedHelene Miklas, Helga Amesberger, Sonja Danner, Christian Gmeiner (Hg.)

Mauthausen revisited

Reihe
: Schriften der Kirchlichen Pädagogischen Hochschule Wien/Krems
Bd. 6, 2012, 168 S., 24.90 EUR, br., ISBN 978-3-643-50436-4

Was beobachten 18-19-jährige Schülerinnen und Schüler, wenn sie in der Gedenkstätte Mauthausen mit Fotoapparat unterwegs sind? Welche Motive sind für sie exemplarisch für die Gedenkstätte und wie begründen sie ihre Wahl? 37 Schülerinnen und Schüler des 5. Jahrgangs der Höheren Lehranstalt für Kunst, Herbststraße, 1160 Wien geben darauf ihre eigene Antwort. Projektleiter MMag. Christian Gmeiner initiierte, begleitete und verwirklichte das Projekt. Die Bilder und Texte wurden von Dr.in Helga Amesberger, Mag.a Sonja Danner und Dr.in Helene Miklas im Rahmen des Forschungsprojekts "Es ist einem zum Reahrn" analysiert.

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Brigitte Halbmayr

Zeitlebens konsequent
Hermann Langbein - Eine politische Biografie

Er war ein bedeutender Zeitzeuge, ein durchwegs politischer Mensch, ein unermüdlicher Streiter für die Demokratie. Hermann Langbein - das Porträt einer außergewöhnlichen Persönlichkeit.
Hermann Langbein, geboren am 18. Mai 1912 in Wien, ist der ganzen Welt als Zeitzeuge, Chronist und Analytiker von Auschwitz bekannt. Er verfasste zahlreiche Publikationen über die Verbrechen und Schicksale in den Konzentrations- und Vernichtungslagern, u.a. das Standardwerk Menschen in Auschwitz (Europaverlag/Ullstein). Doch das Wirken Hermann Langbeins reicht weit über Auschwitz hinaus. Ein Vierteljahrhundert lang war er überzeugter Kommunist, bevor er mit der Partei brach; er war begeisterter und einsatzfreudiger Spanienkämpfer, ein unermüdlicher Streiter für die Demokratie, ein politischer Aufklärer, eine moralische Autorität, ein liebevoller Familienmensch. In all diesen Aufgaben war er diszipliniert und konsequent - oft unerbittlich konsequent. Sein ereignisreiches Leben und seine außergewöhnliche Persönlichkeit machen diese längst fällige Biografie zu einem unbedingt lesenswerten Zeitdokument.

Hermann Langbein kämpfte im Spanischen Bürgerkrieg gegen Franco. Als Kommunist war er in den KZs Dachau, Auschwitz und Neuengamme interniert; aktiv im Widerstand. Nach Kriegsende hauptamtlich bei der KPÖ tätig, bis er 1958 wegen Kritik am Stalinismus aus der Partei ausgeschlossen wurde. Zahlreiche Auszeichnungen. (Quelle: Braumüller)

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Guenther Steiner

Der Sozialpolitiker Karl Maisel

Als Sozialdemokrat und Gewerkschafter, als Regierungsmitglied und schließlich als Präsident der Arbeiterkammer steht Karl Maisel für die Erfolgsgeschichte der Zweiten Republik: Nach den Anfängen der Gewerkschaftsbewegung in der Monarchie und den ersten Erfolgen des Wohlfahrtsstaates in der Ersten Republik, nach der Unterdrückung in den Jahren 1934 bis 1938 und der Verfolgung in den Jahren des NS-Regimes, hatte Maisel ab 1945 wesentlichen Anteil an der Stabilisierung der Demokratie und der Wirtschaft. Er trug dazu bei, dass dieses Österreich als „Zweite Republik“ wirklich zu einem Neuanfang wurde, zu einer Demokratie, die nicht mehr von innen gefährdet war; zu einem Staat, den jeder wollte.   
Maisel stand an den Schnittpunkten des politischen Systems der Nachkriegszeit. Nach 1945 half er mit, die Interessenkonflikte zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern zu einem „Klassenkampf am grünen Tisch“, zum System der Sozialpartnerschaft zu verklammern. Er machte es möglich, dass die Sozialdemokratie die Verwundungen der Vergangenheit – insbesondere die zwischen 1934 und 1938 – zwar nicht vergaß, sie aber auch nicht als Hindernis für den für die Konsensdemokratie notwendigen Brückenschlag sah.
Das Buch arbeitet heraus, dass Maisels politischer Stil für eine der Voraussetzungen für den Erfolg der Zweiten Republik steht: Ohne auf die Grundsätze zu vergessen, die ihn in die Politik geführt hatten, verstand Maisel Politik als die Kunst des Möglichen. Er ließ nie die Sterne einer wunderbaren Zukunft aus dem Auge – aber er verstand, dass es auf die Annäherung an diese Zukunft ankommt; auf die Schrittweisen Veränderungen im Interesse der betroffenen Menschen – und nicht auf eine Politik des „Alles oder Nichts“. Maisel war ein politischer Pragmatiker, der aber hinter seinem Pragmatismus immer eine klare politische Zielsetzung erkennen ließ. 
Maisel prägte ein wichtiges, ein für die Anfänge der Zweiten Republik entscheidendes Politikfeld: die Sozialpolitik. Diese sicherte dem Land eine Stabilität in einer schwierigen Zeit – zwischen 1945 und 1955, als die Zukunft der österreichischen Demokratie nicht gesichert erschein. Er half mit, die für diese Zukunft entscheidende Voraussetzung – das Vertrauen in dieses Österreich – aufzubauen.
Maisel war, wie das Buch beschreibt, der Minister des ASVG. In seiner Amtszeit einigten sich die Sozialpartner auf diese gesetzliche Grundlage des sich entwickelnden Sozial- und Wohlfahrtsstaates. Als Minister sicherte er den Konsens in der Großen Koalition und damit die Beschlussfassung im Nationalrat. Maisel stand am Anfang des für die Zweite Republik entscheidenden Schrittes in Richtung einer umfassenden sozialen Sicherung der gesamten Bevölkerung. Das Netzwerk, das – verdichtet im Hauptverband der Sozialversicherungsträger Österreichs – dem Land und der Gesellschaft soziale Sicherheit garantiert, trägt auch Karl Maisels Handschrift.
Das Buch verbindet die Qualität geschichts- und politikwissenschaftlicher Zugänge: Anhand der Analyse des Wirkens einer Person in einem bestimmten Politikfeld – Karl Maisel in der Sozialpolitik – werden die historischen Daten zu einem Gesamtbild der Sozialpolitik in den ersten zwanzig Jahren der Zweiten Republik zusammengefasst.

Der Sozialpolitiker Karl Maisel. Studie im Auftrag des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger, Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger (Hg.), Wien 2012, 228 S. Preis: EURO 36,00 (inkl. USt., exkl. Versandkosten) ISBN: 978-3-7035-1547-7 (Bestellung)


Evelyn Dawid, Jutta Elz, Birgitt Haller

Kooperation von öffentlicher Jugendhilfe und Strafjustiz bei Sexualdelikten gegen Kinder
Entwicklung eines Modellkonzepts zur Umsetzung der Kinderrechte in Strafverfahren

"Die Kooperation zwischen Justiz und Jugendhilfe stößt heute noch vielfach auf Hemmnisse und an Grenzen. Wir dürfen diese Probleme nicht nur nicht verleugnen […], wir müssen vor allem dafür arbeiten, sie zu überwinden. Durch eine optimierte Zusammenarbeit muss es gelingen, unser gemeinsames Ziel, Kinder zu schützen, noch besser zu erreichen." (Brigitte Zypries 2006)
Dieses Anliegen teilend führte die Kriminologische Zentralstelle mit ihren Partnerinnen aus der Schweiz und Österreich zwischen 2008 und 2010 das Forschungsprojekt "Kooperation von öffentlicher Jugendhilfe und Strafjustiz bei Sexualdelikten gegen Kinder" durch, das mit Mitteln der Europäischen Kommission gefördert wurde. 
Um Informationen über entsprechende interdisziplinäre Arbeitskreise zu erhalten, wurden in den drei beteiligten Ländern zunächst die Träger der öffentlichen Jugendhilfe schriftlich befragt. Dem schlossen sich Interviews mit Mitgliedern solcher Kooperationen an. Die gewonnenen Befunde werden ausführlich in drei Länderberichten dargestellt, wobei sich diese an länderübergreifenden Fragestellungen ausrichten und ausdrücklich parallele bzw. divergierende Gesichtspunkte aufgreifen. 
Trotz aller Unterschiede zwischen den untersuchten Arbeitskreisen ist ihnen doch gemeinsam, dass bestimmte Bedingungen gegeben sein sollten, damit eine Kooperation von öffentlicher Jugendhilfe und Strafjustiz bei Sexualdelikten gegen Kinder gelingen kann. Das abschließend entwickelte Basismodell soll deshalb Orientierung und Hilfe beim Aufbau von und der Tätigkeit in interdisziplinär besetzten Arbeitsbündnissen bieten. Es ist auf der Grundlage des Inputs entstanden, den PraktikerInnen geliefert haben, wurde mit wissenschaftlichem Instrumentarium entwickelt – und wendet sich nun vor allem wieder an PraktikerInnen.

Kriminologische Zentralstelle, 348 Seiten, 28,79 EUR


Guenther Steiner

Johann Böhm in der österreichischen Sozialversicherung

Johann Böhm war eine Schlüsselfigur der österreichischen Politik: In der Kaiserzeit und in der Ersten Republik, in der autoritären und in der totalitären Diktatur hat er, in verschiedener Weise engagiert, politische Zeitgeschichte erfahren. In der Zweiten Republik hat er schließlich in prominenter Rolle politische Zeitgeschichte gemacht: Als (kurzzeitiges) Regierungsmitglied und als Parlamentarier, als (Zweiter) Präsident des Nationalrates und als erster Präsident des 1945 neu gegründeten, überparteilichen Österreichischen Gewerkschaftsbundes - und als erster Präsident des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger.
Das ab 1945 sich verdichtende Netz der Sozialversicherungen war und ist geprägt von den Lektionen, die aus dem historischen Scheitern gelernt wurden: Politische Freiheit muss von sozialer Sicherheit begleitet werden, um als das zentrale Gut die allgemeine Anerkennung zu erfahren, die ihr zukommt. Und: Die Demokratie braucht den Kompromiss – auch zwischen denen, die – ursprünglich – von gegensätzlichen Positionen ausgegangen sind. Das ermöglichte dem ungebrochenen Sozialdemokraten Böhm bahnbrechende Vereinbarungen mit Julius Raab auszuhandeln, dem Führer des niederösterreichischen Heimatschutzes und Minister des letzten Kabinetts Schuschnigg, und so ein Netzwerk auf- und auszubauen, das zum Wesen des demokratischen Sozial- und Wohlfahrtsstaates österreichischer Prägung gehört.
Das Buch macht klar, dass Johann Böhm nicht auf die Rolle des Präsidenten des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger reduziert werden kann. Seine Arbeit macht aber verständlich, dass diese Rolle Böhms der krönende und in sich logische Abschluss einer politischen Karriere war, die über mehr als ein halbes Jahrhundert reichte und allen Rückschlägen zum Trotz zum Kernbestandteil der großen Erfolgsbilanz gehört, die – fast schon im Rückblick – die Zweite Republik ausmacht. Das Zusammenführen der organisatorisch verstreuten und von unterschiedlichen Wurzeln bestimmten Sozialversicherungsinstitute in einem einzigen Verband war und ist das strukturelle Äquivalent zur Jahrhundertleistung des ASVG, das die Funktionen der Sozialversicherung festschreibt.
Das Buch verbindet die Qualität geschichts- und politikwissenschaftlicher Zugänge: Die historischen Daten werden zu einer Gesamtschau verdichtet; die Geschichte einer Person und einer Institution wird zum Spiegelbild einer Gesellschaft und eines politischen Systems.

Johann Böhm in der österreichischen Sozialversicherung. Studie im Auftrag des Hauptverbandes der österreichischen Sozialversicherungsträger, hg. Vom Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, Wien 2011, 243 S. Preis: EURO 36,- (inkl. Ust., exkl. Versandkosten) ISBN: 978-3-7035-1489-0 (Bestellung)


Publikationen

ANTISEMITISMUS UND DIE TRANSFORMATION DES NATIONALEN
Österreichische Zeitschrift für Politikwissenschaft 4/2010

Hubert Sickinger
POLITIKFINANZIERUNG IN ÖSTERREICH

Karin Bischof, Karin Stögner, Anton Pelinka (Hg.)
HANDBOOK OF PREJUDICE

Helga Amesberger / Kerstin Lercher
LEBENDIGES GEDÄCHNTIS. Die Geschichte der österreichischen Lagergemeinschaft Ravensbrück

Hubert Sickinger
BEZIRKSPOLITIK IN WIEN

Albin Dearing / Birgitt Haller (Hg.)
SCHUTZ VOR GEWALT IN DER FAMILIE. Das österreichische Gewaltschutzgesetz


Helga Amesberger / Katrin Auer / Brigitte Halbmayr (Hrsg.)
SEXUALISIERTE GEWALT. Weibliche Erfahrungen in NS-Konzentrationslagern


Hubert Sickinger
DEMOKRATIE IN DER KLEINEN EINHEIT


Helga Amesberger / Brigitte Halbmayr (Hrsg.)
RECHTSEXTREME PARTEIEN - EINE MÖGLICHE HEIMAT FÜR FRAUEN?


Kammer für Arbeiter und Angestellte für Wien (Hg.)
ALLEINERZIEHERINNEN IN WIEN


Manuela Delpos / Birgitt Haller (Hg.)
DEMOKRATIETHEORIE UND DEMOKRATIEVERSTÄNDNIS IN ÖSTERREICH


Helga Amesberger / Brigitte Halbmayr
VOM LEBEN UND ÜBERLEBEN - WEGE NACH RAVENSBRÜCK Das Frauenkonzentrationslager in der Erinnerung