Laufende Projekte 2009
des Instituts für Konfliktforschung
Weibliche Häftlinge im KZ Mauthausen und seinen Außenlagern (Hauptstudie)
| Projektleitung: | Mag.a Dr.in Helga Amesberger Mag.a Dr.in Brigitte Halbmayr |
| Durchführung: | Mag.a Dr.in Helga Amesberger Mag.a Dr.in Brigitte Halbmayr Mag.a Kerstin Lercher Mag. Andreas Baumgartner (Soziales Forschungsbüro) |
| Finanzierung: | Bundesministerium für Inneres |
| Fertigstellung: | Mai 2010 |
Die seit September 2008 laufende Hauptstudie setzt die in der Pilotstudie begonnenen Arbeiten fort. Ziel des Hauptprojekts ist es, aufgrund vielfältiger, miteinander verflochtener Zugänge den bislang geringen Wissensstand zu den weiblichen Häftlingen im KZ Mauthausen und seinen Außenlagern weitest möglich auszubauen.
Zentrale Ergebnisse dieses umfassenden Aufgabengebiets sind:
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Recherche der Namen und der Verfolgungsgeschichte jener Frauen, die im KZ-Komplex Mauthausen inhaftiert waren. Dabei ist lediglich eine Annäherung an die bislang geschätzte Zahl von 8.500 Frauen möglich. Bis Jahresende 2009 konnten wir durch unsere Erhebungen über 6.000 Namen und Teile des Verfolgungsweges von
ehemaligen weiblichen Häftlingen eruieren. Wichtige Quellen hierfür waren u.a.:
Überstellungs- bzw. Zugangslisten von Gedenkstätten anderer ehemaliger Konzentrationslager, Friedhofslisten von Mauthausen und Umgebung, diverse Sammlungen von ZeitzeugInnenberichten und ZeitzeugInneninterviews, Studien zu anderen Konzentrationslagern (etwa den Flossenbürger Außenlagern Freiberg und Venusberg, von wo rund 3.000 Frauen Ende April 1945 nach Mauthausen überstellt wurden), Publikationen zu nationalen Häftlingsgruppen in Mauthausen (Ungarn, Slowenien), Recherche beim Internationalen Suchdienst Bad Arolsen. Diesbezügliche Recherchen werden in den verbleibenden Monaten bis Projektende intensiv fortgesetzt. -
Redaktionell überarbeitete Datenbank (quellenbezogen) mit sämtlichen zur Verfügung stehenden Informationen zu den weiblichen Mauthausen-Häftlingen, die in Zukunft eine Subdatenbank der zentralen Datenbank des Mauthausen-Archivs darstellen wird. Die BenutzerInnenoberfläche der Datenbank gliedert sich in den Quellenbereich und den redaktionellen Bereich, in welchem die überprüften Daten aus den unterschiedlichen Quellen zusammengeführt werden. Der Metabereich ist unterteilt in den Bereich für zentrale biographische Eckdaten, dem Haftweg der Person, den Haftdaten zum Konzentrationslager Mauthausen und das Leben nach 1945. Ein Kommentarfeld weist auf verbleibende Unklarheiten und Schwierigkeiten mit der Quellenlage hin.
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Eine wissenschaftliche Analyse der auf unterschiedlichen Erhebungswegen gewonnenen Daten - mit Schwerpunkt auf der Inhaftierung im Lagerkomplex Mauthausen, jedoch auch auf ausgewählten Aspekten der Zeit vor und nach der NS-Verfolgung im Vergleich. Basis der Analyse ist zum einen die oben angeführte Datenbank (quantitative Auswertung), zum anderen die lebensgeschichtlichen Interviews mit knapp 90 weiblichen Überlebenden von Mauthausen, die im Rahmen des Mauthausen Survivors Documentation Project (2002/03) durchgeführt und im Rahmen dieser Studie - mit Hilfe des computergestützten Auswertungsprogramms Atlas.ti - analysiert werden (qualitative Auswertung). Ein weiterer Schwerpunkt der Analyse werden die Haftbedingungen der Frauen in Mauhausen und v.a. auch in den Außenlagern für Frauen (Hirtenberg, Lenzing, St. Lambrecht, Mittersill/Schloss Lannach und Arbeitskommando Amstetten) sein, bislang gibt es dazu teilweise noch sehr viele offene Forschungsfragen.
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Biographien zu rund 100 Frauen, welche die Pluralität/Diversität der ehemaligen Häftlinge exemplarisch verdeutlichen sollen (Nationalität, Haftgrund, Haftwege, Haftdauer, weiteres Schicksal etc.). Auch hier wird primär auf die MSDP-Interviews zurückgegriffen werden sowie auf weitere Verfolgungsgeschichten, die im Projektverlauf umfassender erforscht werden konnten.
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Wissenschaftliche Analyse und Biographien als Grundlage für eine Monographie zu den weiblichen Häftlingen von Mauthausen. Die Projektarbeit wird in einen Forschungsbericht münden, der die gesammelten Ergebnisse für eine Publikation aufbereitet.